Zahnimplantate sind keine Erfindung der letzten Jahrzehnte, sondern wurden bereits Anfang des 19. Jahrhunderts eingesetzt. Natürlich waren weder die Implantationstechniken noch die verwendeten Materialien ideal: Auf der Suche nach dem besten Material wurde zunächst mit Silber, Gold, Platin, aber auch Keramik oder Kautschuk experimentiert.
Die aus Tierstudien gewonnene Erkenntnis, dass sich Titan problemlos an Knochen anlagert, und keine unerwünschten Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen zu beobachten sind, brachte die Implantologie in den 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts einen großen Schritt weiter, doch erst gegen Ende dieses Jahrhunderts erfolgte dank neuer Technologien und Erfahrungen in anderen medizinischen Bereichen wie beispielsweise der Orthopädie der große Durchbruch.
Nach umfassender Forschung haben sich bis heute zwei Materialien als Grundlage für Zahnimplantate durchsetzen können: Titan und Keramik. Aktuell gibt es in Deutschland über 70 verschiedene Implantat-Systeme, von denen die allermeisten schraubenförmige oder zylindrische Formen der Implantate verwenden. Andere Formen finden eher selten Anwendung.
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Seit 1982 ist die Zahnärztliche oder Dentale Implantologie von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilhunde als wissenschaftlich gesicherte Therapieform anerkannt. Durch diese Anerkennung und der teilweisen Übernahme der Kosten durch gesetzliche Krankenkassen erlebte die Zahnimplantologie in den letzten Jahren einen regelrechten Boom und gilt als die am schnellsten wachsende Disziplin in der Zahnheilkunde. Auch die hohe Erfolgsquote, die mit bis zu 90% langfristig erfolgreicher Einheilungen angegeben wird, hat zu ihrer Beliebtheit beigetragen. Schätzungen von Experten zufolge soll sich die Zahl der im Jahre 2006 eingesetzten Implantate auf ca. 60.000 belaufen, weltweit haben sich bis heute mehrere Millionen Menschen für Zahnimplantate entschieden.
